24. Feb, 2016

Deadpool

Bildmaterial: © 2016 Twentieth Century Fox

Die Schauspieler:

Also, wer denkt, dass man im Grunde jeden casten könnte um in einem knackigen, roten Lederoutfit rum zu hüpfen, ist eindeutig auf dem Holzweg. Hauptdarsteller Ryan Reynolds liefert hier eine Performance der Extraklasse. Natürlich hätten auch andere Darsteller die Rolle von Deadpool alias Wade Wilson übernehmen können, aber was Reynolds aus dem Charakter herausholt, ist nach meinem Empfinden einzigartig geworden. In zeitgemäßem, jugendhaftem, physisch beeindruckendem und urkomischem Stil ballert sich der ehemalige „Van Wilder“ durch seine Gegner. Neben vielen anderen gut dargestellten Figuren bleibt insbesondere, zwar nur als Sidekick, jedoch mit genial eintönig-komischer Mimik, T. J. Miller als Barkeeper Weasel im Gedächtnis. Womit ich nicht ganz einverstanden bin, ist der Darsteller des Gegenspielers Ajax alias Francis Freeman, gespielt von Ed Skrein. Ist doch Skrein zwar für die im Kino sitzende Damenwelt eindeutig was für`s Auge, aber als chemisch mutierter „Endgegner“ wirkt er für meinen Geschmack dann doch etwas zu weichgespült.

 

Der Film:

Schnell, hart und saukomisch. In extrem zügigem Tempo geht die Handlung des Films voran. Mit brachialer Geschwindigkeit und vor allem Brutalität wird man ins Geschehen katapultiert, was, besonders in diesem Fall, absolut keinen Minuspunkt darstellt. Es muss, aufgrund der Art des Charakters Wade Wilson, genauso sein, denn da die Figur Deadpool eher der Anti-Held und Badass im Marvel Universum ist, wäre der Streifen ohne R-Rating ganz sicher nicht dasselbe.

Nach viel Hickhack im Vorfeld und so mancher Unklarheit (schon seit 2004) ob der Film überhaupt noch in Produktion geht, präsentiert uns hier Regisseur Tim Miller, der schon früher, mit Thor – the dark Kingdom, in die Welt der Superhelden eingetaucht ist, eine Comic Adaption der Extraklasse. Soviel Erfahrung man auch hat in der Welt der Mutanten und Vergleiche mit anderen Werken dieses Genres zu ziehen versucht, Deadpool hebt sich eindeutig von der Masse ab. Schandmaul Wilson lässt keine Gelegenheit aus, um auch in den prekärsten Situationen seine Sprüche zu klopfen, was, wider erwarten, weder flach noch langweilig wird. Genial ebenfalls ist die Umsetzung der regelmäßigen Kommunikation mit dem Publikum, in der auch deutlich gemacht wird, dass sich Wilson sehr wohl bewusst ist, in einem Film mitzuspielen, indem er Anspielungen auf reale Personen inklusive „dem Schauspieler Ryan Reynolds“ macht. Alles in allem kann Deadpool für einen äußerst unterhaltsamen Kinoabend empfohlen werden. Ist er doch auch für die nicht so hartgesottenen Genre Fans geeignet, da, nicht wie z.b. bei den X-Men der Fokus auf Mutanten und dergleichen gerichtet ist, sondern eher auf dem Einzelgänger Wilson mit seiner schrägen und auch etwas selbstironischen Bewältigung persönlicher Probleme. Auch auf die zwar nur in vereinzelten Szenen dargestellte aber dennoch präsente emotionale Verwundbarkeit des Hauptprotagonisten, wurde nicht verzichtet, was wiederum einen nötigen dramaturgischen Ausgleich zur komödiantischen Zurschaustellung massiver Gewalt und Brachialhumor bringt. Die wenigen Schwachpunkte des Films sind wohl die nicht ganz korrekte Chronologisierung mit den Ereignissen rund um die X-Men, was aber sehr wahrscheinlich nicht sehr vielen Zusehern auffallen wird. Ein anderes „Defizit“ ist die nicht ganz befriedigende Besetzung von „Pools“ Gegenspieler „Ajax“ aber manche Dinge sind und bleiben Geschmackssache.

 

Fazit:

Ein Actiongeladenes Comicspektakel, welches mit Gags am laufenden Band, Genre untypischen Übergriffen auf die reale Welt und atemberaubenden Kampfszenen überzeugt und für den „eingefleischten Marvel Cineasten“ wie gleichermaßen für den, natürlich dem Alter entsprechenden, unterhaltsamen Pärchenabend bestens geeignet ist.