24. Mrz, 2016

Batman vs Superman - Dawn of Justice

Die Schauspieler:

Der eigentliche Anführer der kommenden Justice League, Henry Cavill als Mann aus Stahl – Superman, wirkt hier etwas gebremst. Etwas hölzern und mit steifer Mimik schießt er durch die Wolken und scheint sich zur Hauptaufgabe zu machen, Amy Adams als Lois Lane am laufenden Band zu retten. Von beiden gab es die wesentlich bessere Vorstellung im vorangegangenen „Man of Steel“.

Jesse Eisenberg als Spross der Luthor Familie „Lex“, weiß man bei Beginn seiner Darbietung noch nicht recht einzuschätzen. Ist seine stark überzeichnete und psychopathische Darstellung des Lex Luthor doch eher der eines „Jokers“ würdig, als der des berechnenden, genialistischen und diabolischen Geschäftsmannes und wirkt zunächst wie ein Geniestreich. Nach einer Weile wird dies jedoch eher nervig und ich persönlich hätte mir 50 % weniger Joker, dafür 50 % mehr Gene Hackman gewünscht. Dann wäre es perfekt gewesen.

Gal Gadot hat gegenüber von Amy Adams natürlich als Wonder Woman die dankbarere Rolle, der aber ganz sicher nicht alle weiblichen Darsteller gewachsen gewesen wären. Ganz überzeugend spielt sie die Amazonenhafte Kriegerin, welche von den, im Film auftauchenden, Superhelden schon die meiste Erfahrung hat und dies auch mit Pokerface und abgebrühter Coolness darstellt.

Zu guter letzt, das Sahnehäubchen und die wahrscheinlich am meisten erwartete Darbietung in dem Streifen – Ben Affleck als Batman. Nach anfänglicher Skepsis stellt sich aber schnell die Erkenntnis ein, dass Affleck dem bisherigen „besten“ schwarzen Ritter, Christian Bale, absolut paroli bieten kann. Seine Darstellung des alternden, jedoch körperlich in absoluter Topform befindlichen Fledermausmanns, ist Spitze und der größte Pluspunkt des Films. Die Chemie zwischen ihm und Alfred – ein gewohnt guter, als Ruhepol fungierender Jeremy Irons, der hier beinah ein bisschen wie Tony Starks „Chavez“ wirkt, stimmt absolut.

 

Der Film:

Groß war die Erwartungshaltung gegenüber dem Projekt aus mehreren Punkten. Der sehr gute Vorgänger, Man of Steel, schraubte die Ansprüche dementsprechend hoch aber auch die Tatsachen, dass dieser Film die Geburtsstunde der „Justice League“ einläutet und der neue Batman zu sehen ist, ließ die Herzen der DC Fans höher schlagen. Ob die Erwartungen gänzlich erfüllt werden, liegt wohl wie immer im Auge des Betrachters, jedoch glaube ich, dies wird nur bei hartgesottenen Anhägern des DC Universe geschehen. Regisseur Zack Snyder liefert zwar einen, wie gewohnt, optisch tollen Film mit spitzenmäßigen Effekten und guten Ideen was die Ausrüstung und das Design der Szenenbilder betrifft, leider aber die Gestaltung des Drehbuchs und eine sichtbare Finesse außen vor lässt. Es wirkt nicht wie die Erzählung eines großen Ganzen, sondern eher wie eine Aneinanderreihung von Situationen in denen die Macher des Films nicht versucht haben zu erklären, warum die Protagonisten ohne Infos immer über alles sofort Bescheid gewusst haben. Dies wirkt manchmal etwas verwirrend. Insgesamt ist dies aber schon die größte Schwäche des Films. Ein Highlight und der offensichtliche Fokus des Projekts, ist die Zeichnung des in die Jahre gekommenen Batman und dessen leichte Resignation was seine Erwartung an die Welt betrifft. Ganz seiner eigenen Definition folgend, was Gerechtigkeit betrifft, springt dieser „schwarze Ritter“ mit seinen Gegnern um, dass Christopher Nolans Vorgängervariante schon beinah wie ein Kinderkrankenpfleger wirkt. Absolute Lust auf mehr macht die Tatsache, dass erste Blicke auf die Beteiligten der „Justice League“ gewährt wurden. Besonders Wonder Woman, diese Bezeichnung muss sich zwar gedacht werden da sie so nicht genannt wird, bringt sich aktiv in die Handlung ein, wird aber mit wenig bis gar keinem Kontext ins Spiel gebracht. Die optische Darstellung ist, im Vergleich zu Batman und Superman, etwas altbacken. Hätte ich mir statt des Xenahaften Kostümchens, eine leichte Modernisierung ihres Outfits gewünscht.

 

Fazit:

Effekte und Setbilder betreffend, optisch geniale Einleitung in die Justice League, mit einem überraschend guten Batman, einem etwas hölzernem Superman und einem nervigen Lex Luthor, was insgesamt zwar einen vergnügsamen Kinoabend bereitet, mit dem etwas holprigen Drehbuch aber bei der objektiven Gegenüberstellung  gegen vergleichbare  Marvel Filme etwas hinten ansteht.