27. Mai, 2016

Warcraft - The Beginning

8 / 10 Punkten

Die Schauspieler:                                          

Bildmaterial: © 2015 Universal Pictures International Germany GmbH

Da die meisten Protagonisten des Films – Orks – aus CGI entstanden sind, bleibt es daran, die Darsteller der Menschen zu hinterleuchten. Allen voran, „Vikings“ Star Travis Fimmel, der den Anduin Lothar spielt. Seines Zeichens Heerführer und bester Krieger aus Azeroth. Fimmel überzeugt mit abgekämpfter Mimik, die man ihm als Zuseher, sich über die volle Laufzeit streckend, abnimmt. Paula Patton spielt die Rolle des weiblichen Orks Garona durchaus überzeugend kampfkräftig und bleibt eine der wenigen nicht humanoiden Parts, welche nicht als CGI Produkt zu sehen ist. Der Jungdarsteller Ben Schnetzer gibt die Rolle des Nachwuchs Magiers Khadgar und kann zeigen welches Potenzial in ihm steckt. Er legt die Rolle zwar zuerst leicht kindlich an, bekommt aber, ähnlich wie der Magier Schmendrick aus dem „letzten Einhorn“ genau dadurch eine äußerst sympathische, etwas tollpatschige und auch wehrhafte Präsenz. Dominic Cooper übernimmt in diesem Projekt die sehr wichtige Rolle des Königs von Azeroth – Llane Wrynn. Meiner Meinung nach macht er dies leider nicht besonders überzeugend. Steht er doch hier im direkten Vergleich zu Travis Fimmel. Dieser setzt sich hier mit maskuliner Ausgewogenheit aus Stärke und Weisheit in Szene, wogegen Cooper in seinen Szenen, entgegen dem was er versucht darzustellen, insgesamt zu feminin wirkt. Ben Foster erspielt sich, in der Rolle des Magiers Medivh, im Laufe des Films seine schauspielerische Legitimation hier mitzuwirken. Zu Anfangs etwas mimikfaul, kommt er mit jeder Szene mehr in Schwung und zeigt dass er durchaus einer der besten Darsteller in dieser Riege ist.

 

Der Film:

Regisseur Duncan Jones überlässt in diesem Bombast Projekt wahrlich nichts dem Zufall. Ist doch positiv zu bemerken dass, entgegen den ursprünglichen Entwürfen des zuerst angedachten Regisseurs Sam Raimi, alle Völker im Vordergrund stehen werden. Jede Seite wird beleuchtet und zeigt, dass nicht alle (aber doch noch die meisten davon) Orks widerwärtige, brutale Bestien sind, sondern ebenfalls nur einen Ort suchen an dem sie mit Clan und Familie in Sicherheit und Ruhe leben können. Jones schrieb, als er engagiert wurde das Drehbuch in diese Richtung um, gab den Orks neu formierte Charakterisierungen und somit den Zusehern, genau wie im ersten Game der Reihe, die Möglichkeit sich für eine Seite zu entscheiden und ihre Sympathien selbst anzulegen. Überhaupt richtet sich der Film eher nach den Büchern der Geschichten um Azeroth und Draenor und nach dem ersten Spiel „Warcraft – Orcs and Humans“. Detailverliebt bis ins letzte wurden die Welten auf die Kinoleinwand gebracht und zeigen uns beliebte, berühmte und berüchtigte Orte aus den weltweit beliebten Computerspielen. So wird das Herz des Spielers höher schlagen wenn ein (kurzer) Blick in die verschneite Eisenschmiede geworfen wird. Insgesamt, da es so wunderschön anzusehen ist, natürlich grandios, jedoch wirkt genau diese Detailverliebtheit über längere Strecken des Films eher auf die „Warcraft“ Spieler zugeschnitten, als auf Besucher die vorher nichts mit dem Game am Hut hatten. Duncan Jones nimmt etwas zu wenig Rücksicht auf diejenigen, die bisher nichts von der Geschichte, den Namen und Orten gehört hatten. Eine kleine Einführung mit etwas Background Infos wäre wünschenswert gewesen, da ansonsten Fragen auftauchen, welche durch die hohe Geschwindigkeit des Films keine Zeit haben beantwortet zu werden. Nichtsdestotrotz, die Geschichte bleibt flüssig, und sieht man über kleine Logiklücken hinweg, für alle Zuschauer greif- und nachvollziehbar. In brachialem Tempo treibt uns „Warcraft“ durch die Welt von Azeroth und lässt die 2 Stunden, die der Film dann dauert, wie im Flug vergehen. Die CGI Effekte funktionieren, entgegen der ersten Unkenrufe nach der Ausstrahlung des weltweit ersten Trailers, extrem gut. Gewaltige Bilder von Landschafts- und Totalaufnahmen aus Azeroth, paaren sich mit perfekt aussehenden Orks, welche bis ins Detail lebensecht wirken. Auch der visualisierte Einsatz von Magie und deren wirkende Ströme wurde beeindruckend umgesetzt.  Was noch erwähnt werden sollte, ist die perfekte Umsetzung der Ausstattung des Films. Intarsien auf Waffen und Rüstungen, Kampfinsignien der Orks und der Wiedererkennungswert der berühmten Waffen aus den Spielen werden zu einem Augenschmaus für Fantasy Freunde. Zuletzt beschließt sich die Geschichte mit einem genial umgesetzten Cliffhanger der, nachdem etwas Ruhe ins Bild gekehrt war, den Hunger auf mehr macht und sich somit den Beisatz des Titels mehr als verdient – „The Beginning“….

 

Fazit:

Bildgewaltige und Detailreiche Game Adaption, die sich zwar (noch) nicht mit Kollegen wie „Der Herr der Ringe“ messen kann, jedoch aber eindeutigen Appetit auf die nächste Reise macht, und ob des teilweise geringen Informationsflusses, sowohl die (etwas) härter gesottenen Fantasy Liebhaber, als auch die Kenner des Games zufrieden stellen dürfte.