5. Okt, 2016

Inferno

Bildmaterial: © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH

6,5 / 10 Punkten

Die Schauspieler:

In vorderster Front steht hier einmal mehr der brillante Tom Hanks, wieder als der leicht skurrile Symbologe Prof. Robert Langdon. Zwar hat man von Hanks schon sehr viel intensivere Rollen, die ihm wesentlich mehr abverlangt haben gesehen, jedoch kann er in seiner mittlerweile dritten Dan Brown Adaption, durchaus wieder überzeugen. Seine Filmpartnerin Felicity Jones, in der Rolle der Dr. Sienna Brooks, macht ihre Sache gut, kann über die volle Laufzeit des Films ihre Qualität halten und ist somit mehr als nur der aufhübschende weibliche Sidekick. Ein gutes Duo an Schauspielern, welche auch schon 2015 in „Jurassic World“ zusammen gespielt hatten, sind zum einen der Franzose Omar Sy (brillant in „ziemlich beste Freunde“), der in der Rolle des Christoph Bruder zwar nicht seiner komödiantischen Seite freien Lauf lassen kann, jedoch aber beweist er, dass er auch ein passabler Actiondarsteller ist. Zum anderen ist da einer der besten Acteure im Ensemble, der indische Schauspieler Irrfan Khan als „Harry“, der an Coolness kaum zu überbieten ist. Erwähnenswert sollte noch Ben Foster als Milliardär Bertrand Zobrist sein, hat er zwar eindeutig die am wenigsten fordernde Rolle, verleiht aber trotzdem der eigentlichen Handlungsauslösenden Figur ein glaubhaftes Gesicht.

 

Der Film:

Regisseur Ron Howard schickt seinen Lieblingssymbologen nun schon zum dritten Mal auf die große Leinwand und lässt ihn nach Vorlage des Autors Dan Brown Abenteuer bestehen, welche das eigentlich ruhige Gemüt des Cambridge Professors ziemlich strapazieren. Es kann gedreht werden wie auch immer, „Inferno“ bleibt hinter seinen beiden Vorgängern zurück. Verwirrende Traumsequenzen und Flashbacks, welche zwar zur Handlung gehören aber in Summe zu viel des guten sind, werden mit der Zeit anstrengend und fördern nicht die fließende Möglichkeit zur Handlungsverfolgung. Dazu birgt der Streifen einige Längen, die in den beiden ersten Teilen so nicht zu finden waren. Es kommt nicht das Gefühl auf, sich in einer Robert Langdon Story zu befinden, denn eigentlich würde das sympathische Superhirn hier nicht unbedingt benötigt. Weg von den Geheimbünden, kirchlichen Intrigen und spannenden Mysterien aus der Geschichte, ist „Inferno“ der nüchternste Teil der Reihe und kommt eher in der Verpackung eines Actionthrillers daher. „Das Vermächtnis der Tempelritter“ trifft auf „Indiana Jones“ und „Mission Impossible“. Diese Mixtur machte das besondere Etwas der ersten beiden Filme aus, was sich im aktuellen Streifen nicht mehr so findet. Hin und wieder kommt das Gefühl auf, Drehbuchautor David Koepp verzettelt sich etwas und versucht, es mit Tempo wieder hinzubiegen, wobei er sich von einer Situation zur nächsten nicht mit langen Erklärungen aufhält. Handwerklich gut gemacht ist der Film dennoch. Die Handschrift von Regisseur Ron Howard ist klar erkennbar und die Zusammenarbeit mit dem musikalischen Mastermind Hans Zimmer, Kamerameister Salvatore Totino und dem Hauptdarsteller Tom Hanks, ergeben ein von Erfahrung geprägtes und schönes Gesamtbild mit sehr guter Kameraführung. Ein (zumindest sicher für viele) Wermutstropfen ist die neue deutsche Synchronstimme von Tom Hanks. Mag es der Gewohnheitsfaktor sein, der nicht wirklich Freundschaft mit der Stimme schließen lässt, aber Fakt ist, die neue, etwas flachere Stimme, unterstreicht nicht mehr ganz so den herausragenden Scharfsinn von Robert Langdon.

 

Fazit:

Teilweise etwas langatmiger und verwirrender Thriller der nicht ganz weiß zu welchem Genre er gehören möchte, da das so gewohnte und geschichtsträchtige Charisma der Filme etwas von zu moderner Action abgelöst wird, jedoch aber durch das „Dreamteam“ aus Regie, Kamera, Musik und guter Besetzung sein Publikum und insbesondere Tom Hanks Fans unterhalten wird.